Eurasien - Politik

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In Kasachstan beginnt eine Technologische Revolution, deren Aspekte im postsowjetischen Raum bisher nicht realisiert wurden. Überall wird es zukünftig die Automatisierung, Robotisierung, die Entwicklung des Kunstintellekts und internationale Technologieparks für Startups geben. Was für die meisten zentralasiatischen Republiken noch eine Episode fantastischer Filmedarstellt, ist für Kasachstan eine nahe Zukunft. Präsident Nursultan Nasarbajew hat mitgeteilt, die Wirtschaft auf eine neue Spur bis 2025 zu bringen.

Die Aufgabe in die Reihe der 30 am meisten entwickelten Länder beizutreten, die noch am Anfang des Jahrzehnts gestellt wurde, erschien einigen Skeptikern als Utopie, wird jedoch jeden Tag mehr und mehr real. Kasachstan will eine neue High-Tech-Industrie aufbauen, aber es hat nicht die Absicht, die alte zu verlassen. Ein neues Programm „Digitales Kasachstan" wird in der Republik realisiert, das der Entwicklung von Kommunikationsnetzen und dem flächendeckenden Zugang zur Glasfaserinfrastruktur dienen soll. Um neue Technologien im IT-Bereich als erster zu verwenden, beabsichtigt Kasachstan ein eigenes „Silicon Valley", den internationalen Technopark für Startups, aufzubauen. Den Investoren und Unternehmern aus verschiedenen Ländern werden dort Steuererleichterungen sowie vereinfachte Visa- und Arbeitsbestimmungen angeboten. Die für den postsowjetischen Raum übliche Abwanderung von Wissenschaftlern in die industriell entwickelten Länder könnte somit ihre Richtung wechseln und die begabten Programmierer und ambitionierten jungen Unternehmer realisieren ihre Ideen nicht mehr im Westen, sondern gehen nach Kasachstan. Es ist zu behaupten, dass Kasachstan eine eigene fortgeschrittene junge Generation erfolgreich aufzieht. Unter Berücksichtigung der Verbreitung der englischen Sprache wird English in der Schule breit verwendet und unterrichtet. Dies ist nicht nur das übliche Schulprogramm mit „London is the capital of Great Britain", sondern die Unterrichtung in mehreren Disziplinen in den älteren Klassen auf Shakespeares Sprache. Dies ist ein Durchbruch im Vergleich mit den anderen Ländern der Region, wo nicht nur English, sondern auch Russisch mittlerweile schlecht positioniert sind.

Noch eine Neuheit ist in der Republik eingeführt worden, die kostenlose Fachschulbildung. Seit diesem Jahr kann jeder Bürger diese Möglichkeit in Anspruch nehmen, seien es arbeitslose Jugendliche oder ältere Menschen, die keine Berufsausbildung haben. In diesem Sinne schafft Kasachstan eine qualitative Grundlage für die Zukunft. Der Staat entwickelt eine hochtechnologische Wirtschaft und bildet gleichzeitig die Fachkräfte dafür aus. Dies bedeutet Investitionen in eigenes Humankapital und diese Investitionen sollen Gewinn bringen. Es ist hier zu betonen, dass die kasachische Regierung im Laufe der wirtschaftlichen Modernisierung den sozialen Fragen allgemein, nicht nur dem Bildungswesen, eine große Aufmerksamkeit schenkt. Das Land mobilisiert die Ressourcen für den Systemumbau und spart dabei bei den Sozialausgaben nicht. Wie Präsident Nasarbajew in seiner letzten Jahresbotschaft an das Volk Kasachstans angekündigte, werden Renten und Hilfsgelder in Kasachstan weiter erhöht.

Kasachstan wählte einen passenden Zeitpunkt für die Modernisierung der Wirtschaft aus. Die Ölpreise sind etwas gestiegen, zumindest sind sie jetzt höher als es im Haushalt vorgesehen war. Das bedeutet, dass das Land vom Rohstoffexport noch Dividenden bekommt und bereitet sich jedoch auf die Zeit mit niedrigeren Preisen vor. Deshalb ist im Modernisierungsprogramm der Akzent nicht auf den Rohstoffsektor, sondern auf neue Technologien und den Umbau der grundlegenden Branchen gesetzt.

So wird in der Hauptstadt Astana die Landwirtschaft entwickelt, um das ganze Land zu einem großen Hersteller der Agrarproduktion, überwiegend von Bio-Produkten, zu machen. Dafür besitzt die Republik alle notwendige Ressourcen: große fruchtbare Anbauflächen sowie mildes Klima. Die Republik plant von der Rohstoffproduktion zur Herstellung der zu verarbeiteten Agrarprodukte überzugehen. Dies soll bald Produkte „Made in Kazakhstan" in den Supermarkt-Regalen nicht nur im Eurasischen Wirtschaftsraum, sondern über seine Grenzen hinaus, ermöglichen. Zumindest plant Kasachstan in nächsten fünf Jahren den Export von Lebensmitteln um die Hälfte zu erhöhen und zum Jahr 2025 zu verdoppeln.

Hier wurden nur einige Punkte des Modernisierungsprogramms Kasachstans dargestellt. Bis zum Jahr 2025 will Kasachstan nicht nur IT-Technologien in allen Bereichen verwenden und den Agrarsektor umwandeln, sondern auch den Warentransit durch das eigene Territorium steigern, was mehr Menschen in die Selbständigkeit bewegen und den ganzen Finanzsektor sanieren soll. Damit baut Kasachstan ein einzigartiges Modell des wirtschaftlichen Wachstums auf. Die wirtschaftlichen Modernisierungen werden im Einklang mit den politischen Reformen durchgesetzt.In Kasachstan bereitet man eine ernste Verfassungsreform, die viele Befugnisse des Präsidenten auf das Parlament und die Regierung übertragen soll, vor. Wie Experten meinen, wird dies zur weiteren Demokratisierung des ganzen politischen Systems führen.


https://itrevolutionpakistan.wordpress.com/
In Kasachstan beginnt die IT-Revolution



Peter Schulz
Anfang März 2017
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